"Es ist, was es ist": Liebe

 

Meditativer Kunstgenuss am Abend des Valentinstages: Tourismusverein lud ein

 

Von Conny Kaiser / Altmarkzeitung 17.02.2009

 

KALBE. ,,Es ist, was es ist, sagt die Liebe". Und sagt Volker Grieß. Das romantische Gedicht aus der Feder von Erich Fried darf nicht fehlen, als der Thüritzer im Rahmen seines literarisch-musikalischen Programmes über die Liebe spricht. Und er spricht viel an diesem Valentinsabend im Kalbenser Cafe ,,Friedenseck". Dorthin hat derörtliche Tourismusverein eingeladen, um den ,,Zauber des Zwei-Seins" zelebrieren zu lassen. Und Grieß ist der Magier. ,,lch fühl' mich wie in Trance": Ein Satz, der an diesem Abend häufiger fällt. Blicke aus 20 Augenpaaren hängen an den Lippen von Volker Grieß. Der spricht mit sonorer Stimme wunderschöne Liebesgedichte aus acht verschiedenen Jahrhunderten. Denn es ist Valentinstag. Und Grieß quasi die Valentinsüberraschung des Kalbenser Tourismus-vereins…

…Grieß rezitiert nicht nur, er spielt auch. Und zwar auf der pentatonischen Steeldrum, einem in doppeltem Mollton gestimmten Instrument, das gar wundersam klingt. Und das es mit den Schwingungen seines metallenen Resonanzkörpers vermag,die Worte, die zuvor gesprochen worden sind, noch lange nachwirken zu lassen. ,,Raum geben", so nennt Grieß diese Kunst.

Und scheinbar verfehlt sie ihre Wirkung nicht. Die Zuhörer, noch ganz ergriffen von den in so ungewöhnliche Töne gehüllten Gedichten solcher großen Meister wie Goethe, Storm, Zweig oder Rilke, verlangen nach einer Zugabe. Kaum sind deren Worte verklungen, kaum die Schwingungen der Steeldrum verebbt, gibt Grieß seinem Publikum einen letzten Satz mit auf den Weg: ,,lch wünsche Ihnen,dass Sie Ihre Herzen offen halten - für die Liebe."Und vielleicht auch ein bisschen für seine Kunst? Denn als das Team des Cafes das zuvor bestellte Liebesmenü serviert, sieht sich Volker Grieß bereits mit der nächsten Nachfrage nach einem Auftritt in der Milde-Stadt konfrontiert.